Im ersten Teil meines Reiseberichts hatte ich schon einiges zu den ersten Stationen meines Trips durch die Toskana geschrieben. Weiter geht’s!

Nach einem wunderschönen Abend in Cortona, geprägt von leckerer Pizza auf einem zentralen Platz, kam der nächste Morgen und die tägliche Frage, wohin wir als nächstes fahren wollen. Wir wollten grob in Richtung Pienza, so dass die Wahl auf einen Stop in Montepulciano fiel. Richtige Entscheidung, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. Denn Montepulciano ist nicht nur schön, sondern hat wohl auch die beste Osteria ganz Italiens. Wie wir sie gefunden haben? Nun, nachdem wir den Ort einigermaßen erkundet hatten, vor allem die Weingewölbe der Deutschen Musikschule vor Ort, bekamen wir Hunger und gingen in das erstbeste Lokal… DIE Osteria! Wer konnte schon ahnen, dass wir so einen Glücksgriff landen werden? Wir wurden direkt auf eine Bank neben andere Leute gesetzt, und unser Versuch, einen etwas intimeren Platz im Lokal zu bekommen, wurden klar abgewiesen. Andere Länder, andere Sitten, dachten wir uns, und bestellten Pasta und Gnocchi. Doch die Nachbarn hatten T-Bone-Steaks Florentiner Art, die ziemlich lecker aussahen und unglaublich groß waren. Der erste Gedanke war – das schaffen die nie auf – was für eine Fehleinschätzung. Der zweite Gedanke: Haben will! Auch!! Da wir aber gerade erst gegessen hatten, war damit die Entscheidung gefallen, dass wir in Montepulciano bleiben. An diesem Abend in Montepulciano hatten wir das wohl leckerste Essen (1,22 Kilo T-Bone Steak) und die lustigsten Unterhaltungen der gesamten Reise. Denn wir mussten mit einem Paar aus Kolumbien, zwei älteren Freundinnen aus Australien und Pepe, einem völlig bekloppten Italiener, an einem Tisch sitzen. Gespeichert haben wir den Abend unter der Kategorie: Legendär!

Am nächsten Tag ging es nach Pienza. Eine Stadt, die vor allem für seinen Pecorino bekannt ist und wohl auch durch seine Nähe zum Val d’Orca, dem Teil der Toskana, der wahrscheinlich am häufigsten fotografiert wird. Mit Siena hatten wir uns dann mal wieder einen Ort ausgesucht, der deutlich größer als die anderen Orte ist und mit seiner Touristendichte zwar nicht an Florenz herankommt, aber sich auch nicht verstecken braucht. Der Dom in Siena ist sicher ein Highlight der Stadt und schön anzusehen, wobei ich wohl nie verstehen werde, warum man eine Religionsstätte so sehr kommerziell ausschlachten muss. Wer in Siena ist, der kehrt übrigens in der Regel auch bei Nannini ein. Nein, dass ist nicht die private Rauchstube von Gianna Nannini! Aber es ist das familiengeführte Café, welches zu meiner Verwunderung gar nicht so teuer war, wie ich vorab vermutet habe.

Den Abschluss fand unsere Männertour dann in San Gimignano, der Stadt der Herrentürme. Wie sollte es sein, auch diese Stadt strotzt nur so vor Schönheit und Geschichte. Die eigentliche Besonderheit ist aber wohl das Eiscafé mit dem leckersten Eis ganz Europas. Diesen Satz kann man nicht nur im Reiseführer nachlesen, sondern natürlich auch auf dem Ladenschild. Ich kann nur bestätigen, dass dieses italienische Selbstbewusstsein durch das leckere Eis auch bestätigt wird.

Was soll ich sagen? Diese Tage in der Toskana haben bei mir/uns für die Erdung gesorgt, die wir uns gewünscht hatten. Auch wenn man bei zwei Männern in der Regel eher von einer Las Vegas Hangover-Reise ausgeht, eignet sich auch die Toskana um Freundschaften zu vertiefen und Spaß zu haben. Für Fotografen ist die gesamte Region eh ein Augenweide, auch wenn ich persönlich nicht so der Stativtyp (auch bekannt als Landschaftsfotograf) bin.

Klare Reise-Empfehlung!

 

Foto-Equipment:

Fujifilm X-T1 + Fujinon XF 10-24mm + Fujinon XF 35mm F1.4 + Fujinon XF 56mm